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Eine kleine Bart-Geschichte

Von 2. Januar 2020 Februar 12th, 2020 Journal

Lange Zeit galt der Bart als altmodisches Relikt. Diese Zeiten sind lange vorbei und das völlig Zurecht. Der Bartmann ist wieder in. Kein Wunder, dass nun Bartpflege endlich wieder groß geschrieben wird, denn ein gepflegter Bart ist schick, royal und drückt Individualität aus.

Bärte im Wandel der Zeiten

Der Bart des Mannes ist evolutionsbiologisch angelegt und stellt für Frauen ein sexuelles Signal dar, das Männer heutzutage gern für sich in Anspruch nehmen möchten. Warum genau Männer Bartwuchs haben, ist nicht geklärt, aber man kann vermuten, dass der Bart das Kinn optisch vergrößert. Das Kinnwachstum wird vom erhöhten Testosteronspiegel ab der Pubertät gesteuert und stellt an sich schon ein sexuelles Signal dar. Mit Bart wird das Gesicht noch markanter, männlicher und für viele Frauen anziehender. Wahrscheinlich trugen Männer also zu allen Zeiten Bärte. Die Wikinger legten wahrscheinlich sogar besonderen Wert auf ihre gepflegten Bärte, denn es existieren Funde von Clips und Bartschmuck. Man geht davon aus, dass Bärte kunstvoll inszeniert und sehr gepflegt wurden. Für den Wikinger war der Bart ein Statement. Auch bei den Germanen trug man Bart, jedoch eher nicht lang und ungepflegt, wie es die glattrasierten Römer gern behaupten, sondern sorgfältig gestutzt. Ein langer Bart wurde nur von jungen Männern getragen, die noch keinen Feind geschlagen hatten.

Zum Glück kann heute jeder ein Bartmann sein, denn anders als Ende des 17. Jahrhunderts in Russland, muss man in der modernen Zeit in Deutschland keine Bartsteuer bezahlen. Zar Peter I. wollte durch die Bartsteuer und Zwangsrasuren erwirken, dass althergebrachte Traditionen, die den Fortschritt des russischen Reiches bremsten, endlich abgelegt wurden. Wer keine Bartmarke vorlegen konnte, die bewies, dass die Steuer entrichtet worden war, dem wurde kurzerhand der Bart abrasiert. Auch zu anderen Epochen war das Tragen von Bärten vor allem unter Kaisern, Königen und Fürsten Gang und Gäbe. Der Bart symbolisierte Reichtum und Macht. Genau dieser Umstand macht einen Bart bis heute zu einem royalen Gesichtsschmuck.

Bart zu tragen war also nicht immer eine reine Privatsache. Und der Geschmack der Zeiten ist unterschiedlich. Jesus wurde zu allen Zeiten nur mit Bart dargestellt, selbst in Gesellschaften, in denen Bärte eher unüblich waren. Aus der Neuzeit kennen wir viele Bartträger, die bis heute berühmt sind und deren Konterfei durch den Bart einen hohen Wiedererkennungswert hat: Abraham Lincoln machte den Kinnbart modern, Karl Marx schmückte sich mit einem wallenden Vollbart und Heiner Brand wäre ohne seinen Schnauzer nicht er selbst. Einen Kevin Kuranyi würde man auf der Straße ohne seinen Bart kaum erkennen. Der Bart ist und bleibt besonders und prägt das Erscheinungsbild eines Mannes mehr als jedes andere Gesichtsmerkmal.

Der Bart-Trend heute

Ganz klar ist der Bart seit einigen Jahren wieder Trend. Die Damenwelt frisiert den Kopf, die Herren investieren in eine ansprechende und gepflegte Bartfrisur und werden zu einem echten Bartmann. Männer, die sich um ihr Äußeres kümmern und denen ihre Erscheinung wichtig ist, legen natürlich auch Wert auf ihren Bart und lassen sich nicht mit einem ungepflegten Gestrüpp im Gesicht blicken. Die Optik eines Waldschrates will niemand sich nachsagen lassen. Dabei sind Barthaare grundsätzlich anders als Kopfhaare und wollen auch besonders behandelt werden, um schön und royal auszusehen. Selbstverständlich steht nicht jeder Bart auch jedem Gesicht. Eine Typberatung ist also für einen zukünftigen Bartmann keine schlechte Idee.

Damit die Pflege und das Design immer stimmen, kann ein Bartmann stolzen Schrittes zum Barbershop gehen und sich nach Strich und Faden verwöhnen lassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und durch Bartöl oder Bartwachs kann der Bart getrimmt und frisiert werden.

Das Gute am Bart ist, dass dieser Trend nie gänzlich vergehen wird, denn die Gene des Mannes bleiben dabei: Bart muss sein!

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